Akute Wirkung von CBD auf die Aktivität Antiepileptiker

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Akute Wirkung von Cannabidiol auf die Aktivität verschiedener neuartiger Antiepileptika bei den maximalen Elektroschock- und 6 Hz-induzierten Anfällen bei Mäusen: Pharmakodynamische und pharmakokinetische Studien

Die Studie1 von Katarzyna Socała, Elżbieta Wyska, Małgorzata Szafarz, Dorota Nieoczym und Piotr Wlaź wurde am 01. November 2019 im Neuropharmacology veröffentlicht.

Cannabidiol und mit Cannabidiol angereicherte Produkte haben in jüngster Zeit als Zusatztherapie bei Epilepsie, insbesondere bei medikamentenresistenten Anfällen, viel Aufmerksamkeit erregt. Es sei jedoch daran erinnert, dass der gleichzeitige Konsum von Cannabidiol und Antiepileptika ein Risiko von Wechselwirkungen zwischen ihnen darstellen kann. Aus diesem Grund war es das Ziel dieser Studie, die Wirkung von Cannabidiol auf die Aktivität ausgewählter neuer Antiepileptika in den elektrisch induzierten Anfallsmodellen bei Mäusen zu untersuchen. Es wurde  die Wirkung von Cannabidiol auf die antikonvulsive Wirkung von Topiramat, Oxcarbazepin, Lamtrigin und Pregabalin im maximalen Elektroschock-induzierten Anfalltest untersucht sowie auf die Aktivität von Levettiracetam, Tiagabin, Lacosamid und Gabapentin im 6 Hz Anfalltest bei Mäusen. Es wurde gezeigt, dass Cannabidiol die Aktivität von Topiramat, Oxcarbazepin, Pregabalin, Tiagabin und Gabapentin erhöhte. Es hatte keinen Einfluss auf die antikonvulsive Wirkung von Lamotrigin und Lacosamid. Interessanterweise schwächte Cannabidiol die antikonvulsive Aktivität von Levetiracetam. Die gemeinsame Verabreichung von Antiepileptika mit Cannabidiol führte nicht zu unerwünschten Wirkungen wie Beeinträchtigung der motorischen Koordination, Veränderungen der neuromuskulären Stärke oder Potenzierung der cannabidiolinduzierten Hypolokomotion. Der Serum- und Hirnspiegel von Antiepileptika und Cannabidiol wurde mittels HPLC bestimmt, um jeden pharmakokinetischen Beitrag zu den beobachteten Verhaltenseffekten zu ermitteln. Nur die Interaktion mit Levetiracetam war rein pharmakodynamisch, da keine Veränderungen im Serum und in der Hirnkonzentration von Levetiracetam oder Cannabidiol beobachtet wurden. Erhöhte antikonvulsive Aktivität von Topiramat, Oxcarbazepin, Pregabalin, Tiagabin und Gabapentin könnte zumindest teilweise mit pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit Cannabidiol zusammenhängen, da es Veränderungen im Serum und/oder in den Gehirnkonzentrationen von Antiepileptika und/oder Cannabidiol gab. Pharmakokinetische Wechselwirkungen können auch zwischen Lacosamid und Cannabidiol nicht ausgeschlossen werden, da Cannabidiol die Hirnkonzentration von Lacosamid erhöht und Lacosamid die Hirnkonzentration von Cannabidiol erhöht. Weitere pharmakokinetische Studien sind erforderlich, um die Art der Wechselwirkungen zwischen Cannabidiol und neuartigen Antiepileptika zu untersuchen.

  1. Socała, Katarzyna, et al. “Acute effect of cannabidiol on the activity of various novel antiepileptic drugs in the maximal electroshock-and 6 Hz-induced seizures in mice: Pharmacodynamic and pharmacokinetic studies.” Neuropharmacology 158 (2019): 107733. []

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