Wissen, Erfahrungen und Wahrnehmung von Tierärzten bezgl. CBD bei Hunden

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Was ist Cannabidiol und wie wirkt es?

Cannabidiol (CBD) ist ein nicht psychoaktiver Inhaltsstoff des Nutzhanfs (Cannabis sativa). Es entfaltet seine Wirkung durch Interaktion mit diversen Rezeptoren, unter anderem dem Cannabinoid-1-Rezeptor (CB1) und dem 5-HT1A-Rezeptor. Auf dessen Aktivierung basiert die potenziell angstlösende Wirkung im Menschen. Im Bereich der Tiermedizin ist der Gebrauch von CBD noch wenig erforscht. Im Rahmen einer groß angelegten Befragung von 2130 Tierärzten des Veterinary Information Network (VIN) in den USA konnten Lori Kogan von der Universität von Colorado in Fort Collins und ihre Kollegen Regina Schoenfeld-Tacher (Universität von North Carolina in Raleigh), Peter Hellyer (Fort Collins) und Mark Rishniw (Veterinary Information Network, Davis, Kalifornien) wertvolle Informationen über den Nutzen von CBD bei der Therapie von Hunden gewinnen.

Die Studie und ihre Ergebnisse

Die Befragung erfolgte in Form einer anonymen Online-Befragung, Publikation war im Januar 2019. Bei der Auswertung der Ergebnisse wurden sowohl das Jahr des akademischen Abschlusses als auch die Rechtslage bezüglich Cannabis in den entsprechenden Bundesstaaten berücksichtigt. Alle Teilnehmer der Befragung schätzten ihr Wissen bezüglich der Unterschiede zwischen THC und Marihuana sowie der Wirkung von Marihuana auf das Wohlergehen von Hunden als gut ein. Interessanterweise fühlten sich 61,5 % der befragten Tierärzte wohl, wenn sie mit Kollegen über die Verwendung von CBD in der Praxis sprachen, aber nur ein Anteil von 45,5 %, wenn die Diskussion dieser Thematik mit Kunden anstand. Kürzlich zugelassene Veterinäre waren unsicherer beim Thema CBD. Erwartungsgemäß liegt der Anteil von Tierärzten, die mit ihren Kunden eine Therapie mit CBD zur Behandlung von Hundekrankheiten diskutieren, in Staaten mit legalisiertem Marihuana höher als in den übrigen Bundesstaaten. Insbesondere waren die Ausführlichkeit der Beratung und die Wahrscheinlichkeit einer ausdrücklichen Empfehlung von CBD in Bundesstaaten mit legalisiertem Cannabis größer, allerdings ergab sich kein auffälliger Unterschied in der Wahrscheinlichkeit, dass Arzneimittel mit CBD verschrieben werden. Kürzlich zugelassene jüngere Tierärzte haben seltener CBD empfohlen oder verschrieben. Ähnlich wie beim Menschen umfassen die häufigsten Anwendungsgebiete für CBD bei Hunden Schmerzlinderung sowie Verminderung von Ängstlichkeit und Krämpfen. Die häufigsten Formulierungen umfassten Öle und Extrakte sowie Zusätze zur Hundenahrung. Entsprechend den Befunden erwiesen sich CBD-haltige Arzneimittel besonders wirksam bei der Linderung chronischer und akuter Schmerzen sowie beim Abbau von Ängsten und der Bekämpfung von Häufigkeit und Schwere von Krämpfen. Als Nebenwirkung wurde gelegentlich von beruhigenden bis sedativen Effekten berichtet.

Gesellschaftliche und politische Handlungsempfehlungen

Die Teilnehmer empfanden die Handlungsrichtlinien, die von tierärztlichen Vereinigungen und Ausschüssen ausgegeben wurden, als nicht ausreichend. Insbesondere im Umgang mit Gesetzen und Rechtsprechung wurde mehr Hilfe erwartet. Von frisch graduierten Tierärzten und Veterinären aus Staaten mit legalisiertem Cannabis erhält die Initiative, dass intensivere Forschung zum medizinischen Gebrauch von CBD bei Hunden nötig ist, größeren Zuspruch. Die gleiche Gruppe sprach sich dafür aus, Marihuana und CBD aus der Liste der nicht für medizinischen Gebrauch bestimmten Stoffe (in den USA schedule I drugs) zu streichen. Die meisten Teilnehmer der Studie waren der Meinung, dass Marihuana und CBD positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben und unterstützten den Gebrauch von CBD für Tiere.

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