Cannabidiol wirkt psychotropen Nebenwirkungen von THC entgegen

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Cannabidiol wirkt den psychotropen Nebenwirkungen von Δ-9-Tetrahydrocannabinol im ventralen Hippocampus durch bidirektionale Kontrolle der ERK1-2 Phosphorylierung entgegen.

Die Studie von Hudson, Renard, Norris, Rushlow und Laviolette wurde im September 2019 im Journal of Neuroscience1 veröffentlicht. Unterstützt wurde sie durch die Canadian Institutes of Health Research (CIHR). Bei keinem der Wissenschaftler liegen Interessenkonflikte vor.

Die Evidenz deutet darauf hin, dass die Phytocannabinoide Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) die Attribution der Hervorhebung und das psychiatrische Risiko unterschiedlich regulieren. Der ventrale Hippocampus (vHipp) vermittelt emotionale Hervorhebung durch Kontrolle der neuronalen Aktivitätszustände von Dopamin (DA), die bei Psychose und Schizophrenie dysreguliert werden. Mit Hilfe der in-vivo-Elektrophysiologie bei männlichen Sprague Dawley-Ratten wird gezeigt, dass intra-vHipp THC die neuronale Frequenz und Bursting-Rate im ventralen Tegmentalbereich (VTA) DA stark erhöht, die GABA-Frequenz verringert und die oszillatorischen Größen von VTA beta, gamma und epsilon durch Modulation der lokalen extrazellulären signalregulierten Kinase-Phosphorylierung (pERK1-2) verstärkt. Bemerkenswert ist, dass während intra-vHipp THC auch die Hervorstechende Attribution in Morphin Place-Präferenz- und Angstkonditionierungs-Assays potenziert, die CBD-Koadministration diese Veränderungen durch herunterregulierende pERK1-2-Signale umkehrt, da die pharmakologische Reaktivierung von pERK1-2 die hemmenden Eigenschaften von CBD blockiert. Diese Ergebnisse identifizieren vHipp pERK1-2 Signalisierung als kritischen neuronalen Nexuspunkt, der THC-induzierte affektive Störungen vermittelt und deuten auf einen potenziellen Mechanismus hin, durch den CBD den psychotomimetischen und psychotropen Nebenwirkungen von THC entgegenwirken kann.

Ergebnisse:

Es hat sich gezeigt, dass Marihuana-Stämme mit hohem Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und niedrigem Cannabidiolgehalt (CBD) neuropsychiatrischen Risiken im Zusammenhang mit hochwirksamen Cannabiskonsum unterliegen. Die Mechanismen, mit denen CBD die Nebenwirkungen von THC mildert, wurden jedoch nicht identifiziert. Wir zeigen, dass THC kognitive und affektive Anomalien induziert, die neuropsychiatrischen Symptomen direkt im Hippocampus ähneln, während Dysregulation von Dopaminaktivitätszuständen und Verstärkung von Schwingungsfrequenzen im ventralen Tegmentalbereich durch Modulation des extrazellulären signalregulierten Kinase-(ERK)-Signalweges. Im Gegensatz dazu blockierte die CBD-Koadministration die THC-induzierte ERK-Phosphorylierung und verhinderte THC-induzierte Verhaltens- und Neuralanomalien. Diese Ergebnisse identifizieren einen neuartigen molekularen Mechanismus, der erklären kann, wie CBD die neuropsychiatrischen Nebenwirkungen von THC funktionell lindert.

  1. Roger Hudson, Justine Renard, Christopher Norris, Walter J. Rushlow and Steven R. Laviolette Journal of Neuroscience 30 September 2019, 0708-19; DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.0708-19.2019 []

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