Cannabidiol zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen: Eine Fallserie?

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In der am 09. April 2019 in dem Wissenschaftsjournal The Journal of Alternative and Complementary Medicineveröffentlichten Studie gehen die Wissenschaftler Lucas Elms, Scott Shannon, Shannon Hughes und Nicole Lewisvon der psychiatrischen Abteilung der Universität Colorado in Denver der Frage auf den Grund, ob Cannabidiol (CBD), eine Cannabinoidverbindung aus den Pflanzen der Gattung Cannabis, positive Effekte bei der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auf den Menschen hat. Wie präklinische Untersuchungen im Vorfeld am Modellorganismus Nagetier zeigen konnte, war die positive Wirkung des CBD im Fall dieser Erkrankung auf das Endocannabinoidsystem zurückzuführen. In der vorliegenden und allerersten Studie wurde der klinische Nutzen von CBD bei Patienten mit PTBS untersucht.

Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?

Die Posttraumatische Belastungsstörung (kurz: PTBS) ist eine psychische Erkrankung, deren Charakteristika eine verzögerte psychische Reaktion auf eine außergewöhnliche Bedrohung beziehungsweise ein extrem belastendes Ereignis katastrophalen Ausmaßes ist. In Ermangelung einer subjektiven Bewältigung entstehen bei den betroffenen Personen Gefühle der Hilflosigkeit, Angst sowie der Schutzlosigkeit und dem Kontrollverlust. Die dafür verantwortlichen Erlebnisse in Form von Traumata können sowohl von sehr kurzer aber auch sehr langer Dauer gewesen sein.

Weltweit neigen circa 8 % der Bevölkerung, einmal in ihrem Leben an einer PTBS zu erkranken. Darüber hinaus macht in etwa jeder Zweite eine negative Erfahrung, die mit der eines Traumas verglichen werden kann. Diese Erfahrungen werden tagsüber in Form von Erinnerungen, Tagträumen oder Flashbacks sowie nachts in sogenannten Angstträumen wiederbelebt und führen zur emotionalen Stumpfheit, Gleichgültigkeit sowie Teilnahmslosigkeit der Person gegenüber anderen Menschen und ihrer Umgebung. Die Merkmale einer PTBS sind des Weiteren Schlafstörungen, Reizbarkeit sowie Konzentrationsschwierigkeit und erhöhte Wachsamkeit sowie Schreckhaftigkeit.
Die neurobiologischen Prozesse, die eine PTBS verursachen, konnten bis dato noch nicht hinreichend erforscht werden.

Die heilenden Wirkungen von CBD!

Cannabidiol (CBD), das Phytocannabinoid aus den Hanfpflanzen (Cannabis) hat sich in den letzten Jahren als Wunderwaffe zur Linderung zahlreicher Erkrankungen bewährt. Zahlreiche Studien belegen, dass das Molekül als Agonist an die CB1- sowie CB2-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems in Vertebraten bindet, welches eine übergeordnete Rolle in den Lernprozessen und der Bewegungsregulation dieser Spezies spielt. Als Agonist des Vanilloidrezeptors TRPV1, des Serotoninrezeptors 5-HT1A sowie des Peroxisomen-Proliferator-Rezeptors γ (PPARγ) ist Cannabidiol darüber hinaus in der Lage, den Serotoninstoffwechsel, den Glucosestoffwechsel sowie die Lipidspeicherung nachhaltig zu beeinflussen und übt des Weiteren entzündungshemmende Wirkungen aus. Neben neurodegenerativen Erkrankungen hat sich die Gabe von CBD bei der Linderung und Heilung von Krebs, Asthma, Neurodermitis, Aids, Hepatitis und vielen Krankheiten mehr bewährt.

Die Ergebnisse und Methoden der vorliegenden Studie in der Zusammenfassung!

In der Methodik zur Untersuchung dieser Studie wurde 11 erwachsenen PTBS Patienten CBD oral und in einem offenen Dosierungsschema verabreicht. Danach wurde eine Checkliste mit den Probanden durchgeführt und deren Befinden in DSM-5-Fragebögen ermittelt.

Bei der Gesamtstichprobe von 11 Patienten verbesserten sich bei 10 Patienten die PTBS Symptombeschwerden nach 8 Wochen gegenüber dem Beginn der Studie. Des Weiteren verringerte sich der durchschnittliche PCL-5-Gesamtscore um 28 %. Der PCL-5-Gesamtscore ist eine weltweit genutzte und anerkannte Checkliste sowie ein Fragebogen zur Erfassung traumatischer Erlebnisse.

Die Schlussfolgerung aus dieser Studie belegt, dass die orale Gabe von CBD zur Verringerung der PTBS-Symptome bei Erwachsenen im klinischen Umfeld führte. Patienten mit Alptraumsymptomen während ihrer PTBS berichteten über eine Abnahme beziehungsweise Erleichterung derartiger Träume.

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