Cannabis und Sport

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Cannabis und exzessiver Sport im Fokus

Die Studie1wurde von Alexandra Elbakyan im Jahr 2019 in der Medizin aktuell veröffentlicht.

Seit Inkratreten des Cannabisgesetzes im März 2017 [https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/_node.html] nehmen die Verschreibungen in Deutschland zu. Allein 2018 wurden insgesamt 142.000 Cannabisrezepte ausgestellt, davon 22% von Neurologen. Der größte Anteil entfällt dabei auf Rezepturarzneimittel; daneben erfahren aber auch Cannabisblüten derzeit einen regelrechten Boom.

Im Hinblick auf die Wirkung der verschiedenen cannabisbasierten Medikamente gebe es zwar unbestritten enormes Potenzial, aber derzeit auch noch viel Unwissen, so Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover. Dies hänge zum einen mit der teilweise unüberschaubaren Vielfalt der Inhaltsstoe, zum anderen mit den komplexen Interaktionen des körpereigenen Endocannabinoidsystems zusammen, das durch die verschiedenen Substanzen stimuliert werde (siehe Unüberschaubare Wirkung). „Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir sagen können, nehmen Sie diese Substanz für diese Krankheit“, ¢ndet Müller-Vahl.

Substanzielle Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabis liegt einer aktuellen Metaanalyse [Abrams DI. Eur J Med 2018;49:7–11] zufolge für folgende Indikationen vor:

—chronische, insbesondere neuropathische Schmerzen bei Erwachsenen

—chemotherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen

—Spastiken im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS)

Mäßige Evidenz gibt es für sekundäre Schlafstörungen. Müller-Vahl bezeichnete daneben auch die Wirksamkeit gegen Appetitlosigkeit und Abmagerung bei HIV-Infektion als „gesichert“. Darüber hinaus seien cannabisbasierte Medikamente vor allem bei hyperkinetischen Störungen vielversprechend, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Tourette-Syndrom oder der Aufmerksamkeits-De¢zit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), aber auch bei Angststörungen sowie posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), wobei die Evidenz hierfür 12 DNP – Der Neurologe & Psychiater 2019; 20 (5)

Medizin aktuell

Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin 2019 derzeit noch sehr begrenzt sei. Speziell für Cannabidiol (CBD) sah die Expertin als Anwendungsgebiet vor allem Angststörungen und Schizophrenie, „vielleicht auch noch Zwangserkrankungen, Autismus und Depressionen“.

Das Feld der zugelassenen Präparate mit gesicherter Indikation ist laut Müller-Vahl „sehr übersichtlich“. In Deutschland sind das aktuell folgende Fertigarzneimittel:

—Nabiximols (Sativex®), ein Sublingualspray mit standardisierten Gehalten an Tetrahydrocannabinol (THC) und CBD im Verhältnis 1 : 1 zur Behandlung von therapieresistenter Spastik bei MS

—Nabilon (Canemes®), eine synthetische THC-Variante zum Einsatz bei Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie

Für eine dritte Substanz, Epidiolex®, die als Wirksto CBD enthält, ist MüllerVahl zufolge in Kürze mit der Markteinführung zu rechnen (Stand: 10. Juli 2019). Die Zulassung beschränkt sich auf seltene schwere Epilepsieformen bei (Klein-)Kindern

  1. Oberhofer, Elke. “Cannabis und exzessiver Sport im Fokus.” DNP-Der Neurologe & Psychiater 20.5 (2019): 12-13. []

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