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Cannabidiol oder Cannabis zur Behandlung von Depressionen/Autistic Spectrum Disorder (ASD)

Die Studie1 wurde im Jahr 2019 in der AWTTC veröffentlicht.

Es gibt nur ein in Großbritannien zugelassenes Präparat, das Cannabisextrakt enthält, und zwar Sativex® orales Schleimhautspray.  Es enthält 2,7 mg Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und 2,5 mg Cannabidiol (CBD) aus Cannabis sativa in jedem einzelnen Spray. Die zugelassene Indikation ist die Behandlung der Symptomverbesserung bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von Multipler Sklerose (MS), die nicht ausreichend auf andere Anti-Spastik-Medikamente angesprochen haben und die während eines ersten Therapiestudiums eine klinisch signifikante Verbesserung der spastikbezogenen Symptome zeigen. (1)

Die Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC) besagt, dass Sativex® bei Patienten mit einer bekannten oder vermuteten Vorgeschichte oder Familiengeschichte von Schizophrenie oder einer anderen psychotischen Erkrankung, einer Vorgeschichte von schweren Persönlichkeitsstörungen oder einer anderen signifikanten psychiatrischen Erkrankung, die nicht mit einer Depression verbunden ist, kontraindiziert ist. Sativex® wird aufgrund fehlender Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten nicht für die Verwendung bei Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen. Nebenwirkungen wie psychiatrische Symptome wie z.B. Angst, Illusionen, Stimmungsschwankungen und paranoide Ideen wurden während der Behandlung mit Sativex® (bei Patienten mit MS) gemeldet. Diese sind wahrscheinlich das Ergebnis transienter ZNS-Effekte und sind im Allgemeinen leicht bis mittelschwer und gut verträglich. Es ist zu erwarten, dass sie bei Reduktion oder Unterbrechung von Sativex®-Medikamenten nachlassen. Desorientierung (oder Verwirrung), Halluzinationen und wahnhafte Überzeugungen oder vorübergehende psychotische Reaktionen wurden ebenfalls berichtet, und in einigen wenigen Fällen konnte ein kausaler Zusammenhang zwischen Sativex®-Administration und Selbstmordgedanken nicht ausgeschlossen werden. (1)

Amerikanische Literatur ergab eine Studie mit 809 Patienten, die orales THC als Antiemetikum erhielten. Schwere Toxizität wurde als selten gemeldet. In dieser Patientenreihe wurden bei 4 Patienten schwere psychische Störungen beobachtet, wobei 2 Fälle von myoklonalen Zuckungen auftraten; ein Patient entwickelte schwere Anfälle. Häufigere Symptome des zentralen Nervensystems waren Sedierung (53%), Elation (32%), Verwirrung (30%), Wahrnehmungsstörungen (23%) und Depression (19%). (2)

THC und CBD sind die am häufigsten vorkommenden Phytocannabinoide in Cannabisextrakten und die am besten untersuchten. Die Literaturrecherche konzentrierte sich auf diese beiden Cannabinoide einzeln und in Kombination mit Depression oder ASD als Suchbegriff.

  1. Wales, Y. C. C. “Cannabidiol or cannabis for the treatment of depression/Autistic Spectrum Disorder (ASD). []

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