CBD bei Kindern mit Epilepsie – Studie zu Verträglichkeit und Wirkung

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Cannabidiol kann epileptische Krampfanfälle bei Kindern reduzieren, verursacht aber zugleich häufig Nebenwirkungen

Wissenschaftler der Columbia University in New York, der University of California in San Francisco und des Saint-Luc Universitätsklinikums in Brüssel untersuchten in einer unverblindeten Studie die Langzeitsicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Cannabidiol (CBD) bei Kindern mit behandlungsresistenter Epilepsie.

Methodik der Studie

Hierzu behandelten sie insgesamt 26 zumeist an genetisch bedingter Epilepsie mit täglich oder wöchentlich auftretenden Krampfanfällen leidende Kinder im Alter von 1 bis 17 Jahren mit Cannabidiol, das zusätzlich zur jeweiligen antiepileptischen Standardtherapie verabreicht wurde. Als Einschlusskriterium dienten die Ergebnisse eines zuvor durchgeführten Video-Elektroenzephalogramms.

Während einer 28-tägigen Phase zu Beginn der Studie wurde bei den Kindern zunächst die Häufigkeit der Krampfanfälle bestimmt. Im Anschluss daran startete die Behandlungsphase, während der CBD als Add-on-Therapie in einer Dosis von zunächst 5 mg/kg/Tag verabreicht wurde. Die Dosis wurde anschließend wöchentlich in Schritten von 5 mg/kg erhöht, bis eine Tagesdosis von 25 mg/kg erreicht wurde. Die Gesamtbehandlungsdauer betrug je nach Reaktion auf die Behandlung zwischen 4 und 53 Monaten (im Durchschnitt 21 Monate). Zu Beginn der Studie und während der Behandlungsphase wurden in regelmäßigen Abständen Blutproben entnommen und analysiert. Als Hauptparameter wurde die Häufigkeit der Krampfanfälle in einem Krampf-Tagebuch aufgezeichnet. Darüber hinaus wurden regelmäßig ärztliche Untersuchungen durchgeführt und aufgetretene unerwünschte Ereignisse dokumentiert. Als Behandlungserfolg wurde gewertet, wenn unter der CBD-Behandlung eine Reduktion der Krampfanfälle von >50 % erreicht wurde.

Die Ergebnisse

Insgesamt 21 der 26 Patienten (81 %) klagten im Laufe der Studie über unerwünschte Ereignisse. Dazu gehörten Verringerung des Appetits, Durchfall und Gewichtsverlust. Bei 4 Patienten traten Veränderungen der Plasmakonzentration der antiepileptischen Begleitmedikation auf und bei 3 Patienten kam es zu erhöhten Leberenzymwerten, wenn CBD gemeinsam mit Valproat verabreicht wurde. Schwere Nebenwirkungen wie Status epilepticus, Katatonie und Hypoalbuminämie traten bei insgesamt 6 Patienten auf. Insgesamt 17 Patienten brachen die CBD-Therapie aufgrund fehlender Wirksamkeit oder schwerer Nebenwirkungen vorzeitig ab. Nach zwei Jahren verblieben noch 9 der ursprünglich 26 eingeschlossenen Patienten in der Studie. Die angestrebte nachhaltige Reduktion der Krampfanfälle wurde bei insgesamt 7 Patienten erreicht, bei dreien davon traten gar keine Krampfanfälle mehr auf.

Das Fazit

Im Rahmen der Studie profitierten 27 % der an behandlungsresistenter Epilepsie leidenden Kinder von der zusätzlichen Behandlung mit CBD. Gleichzeitig traten jedoch bei 80 % der Patienten zum Teil schwere Nebenwirkungen auf. Am häufigsten wurde über verringerten Appetit, Durchfall und Gewichtsverlust geklagt.


Literaturquelle

Sands TT, Rahdari S, Oldham MS, Caminha Nunes E, Tilton N, Cilio MR. Long-Term Safety, Tolerability, and Efficacy of Cannabidiol in Children with Refractory Epilepsy: Results from an Expanded Access Program in the US. CNS Drugs. 2019 Jan;33(1):47-60.

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