CBD gegen Schizophrenie

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Cannabidiol (CBD) gegen Schizophrenie: Versprechen oder Wunschtraum? Die Beweise sind gemischt, und der Nutzen ist ungewiss.

Die Studie1wurde von Joseph M. Pierre am 1. Mai 2019 von “Current Psychiatry (Vol. 18, Issue 5.)”

In den letzten Jahrzehnten ist immer deutlicher geworden, dass der Cannabiskonsum das Risiko einer psychotischen Störung erhöhen und den Verlauf der bestehenden Schizophrenie dosisabhängig verschlechtern kann. (1-3) Über die Psychose hinaus, obwohl viele Patienten mit psychischen Erkrankungen Cannabis zu Freizeitzwecken oder als angebliche “Selbstmedikation” verwenden, deuten die derzeit verfügbaren Beweise darauf hin, dass Marihuana eher einen Schaden als einen Nutzen für psychiatrische Störungen darstellt (4) (Box, (4-8) Seite 15). Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand sollten Psychiater ihre Patienten daher vor dem Cannabiskonsum warnen und Interventionen zur Reduzierung oder Einstellung des Konsums priorisieren, insbesondere bei Menschen mit psychotischen Störungen.

Trotz dieser Schlussfolgerung, da Cannabis von der US Drug Enforcement Agency als ein Medikament der Liste I eingestuft wird, war die klinische Forschung, die die Risiken und den Nutzen von Cannabis untersucht, begrenzt. Es bleibt daher möglich, dass Cannabis oder einzelne Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) in der Psychiatrie noch eine therapeutische Nische finden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Evidenz von CBD zur Behandlung von Schizophrenie.

Cannabinerge Medikamente als potenzielle Antipsychotika

Obwohl die meisten Beweise auf eine schädliche Wirkung von Cannabis bei Personen mit oder ohne Psychose hindeuten, gab es einige veröffentlichte Fälle von Schizophrenie, die sich mit Dronabinol, einer von der FDA zugelassenen, synthetischen Form von Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), verbessern. (9,10) THC ist der Bestandteil von Cannabis, der euphorische Effekte hervorruft. Diese provokanten Ergebnisse wurden nicht in kontrollierten klinischen Studien repliziert, deuten aber zumindest auf die theoretische Möglichkeit idiosynkratischer Vorteile von THC für einige Individuen im psychotischen Spektrum hin.

Da die meisten verfügbaren Beweise jedoch belegen, dass THC einen schädlichen Einfluss auf das Psychose- und Psychoserisiko hat, haben Forscher stattdessen randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) durchgeführt, um eine mögliche therapeutische Rolle für Medikamente zu untersuchen, die den agonistischen Effekten von THC an Cannabinoid Typ 1 (CB1) Rezeptoren entgegenwirken. Bisher haben 2 RCTs, die Rimonabant, einen CB1-Inversagonisten, mit Placebo (PLB) bei Patienten mit Schizophrenie vergleichen, keinen Nutzen für psychotische Symptome oder kognitive Defizite nachgewiesen. (11,12) Eine dritte Studie, die Rimonabant für Menschen mit diagnostizierter Schizophrenie untersuchte, die übergewichtig waren, fand signifikante Vorteile für Angst und depressive Symptome, aber keine für positive Symptome oder das primäre Ergebnis der Gewichtsabnahme. (13) Während diese Ergebnisse entmutigend sind, deutet die Rolle von THC bei der Auslösung von Psychosen darauf hin, dass neuartige Wirkstoffe, die sich den Wirkungen von THC auf das Cannabinoidsystem widersetzen, antipsychotische Eigenschaften haben könnten. (14)

Cannabidiol: Ein antipsychotisches Medikament?

Im Gegensatz zu THC hat CBD nur minimale euphorisierende Eigenschaften und wurde kürzlich in der Fachpresse als “Wundermittel” mit Nutzen für medizinische und psychiatrische Erkrankungen angekündigt. (15) Es wurde sogar spekuliert, dass es ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel werden könnte. (16) Im Jahr 2018 erteilte die FDA die volle Zulassung für eine pharmazeutisch hergestellte Form von CBD (Markenname: Epidiolex) als neuartige Behandlung von zwei seltenen und schweren Formen der pädiatrischen Epilepsie, des Lennox-Gastaut-Syndroms und des Dravet-Syndroms, (17) basierend auf RCTs, die ihre Wirksamkeit bei diesen oft refraktären und lebensbedrohlichen Erkrankungen unterstützen. (18-20)

In der Psychiatrie gibt es noch nicht genug robuste…..

  1. Pierre, Joseph M. “Cannabidiol (CBD) for schizophrenia: Promise or pipe dream? The evidence is mixed, and the benefits are uncertain.” Current Psychiatry 18.5 (2019): 12-19. []

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