CBD ideal gegen nicht-motorische Parkinson-Symptome

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CBD ideal gegen nicht-motorische Parkinson-Symptome

Erste Studien beweisen: CBD entfaltet therapeutisches Wirkpotenzial bei den nichtmotorischen Wirkungen der Parkinsonkrankheit

Wie unlängst eine Ende Januar in der Wissenschaftszeitschrift EUROPEAN ARCHIVES OF PSYCHIATRY AND CLINICAL NEUROSCIENCE veröffentlichte Studie nahelegt, entfaltet das Cannabidiol CBD eine signifikante therapeutische Wirkung bei nichtmotorischen Symptomen der Parkinsonkrankheit. Dieser schon aus präklinischen und vorläufigen klinischen Studien bekannte Wirkmechanismus des CBD, konnte nunmehr von den Wissenschaftlern José Alexandre S. Crippa, Jaime E. C. Hallak, Antônio W. Zuardi, Francisco S. Guimarães und Vitor Tumas unter Beteiligung verschiedener neurowissenschaftlicher und klinischer Institute in Ribeirão Preto in Brasilien mit Unterstützung der Universität Sao Paulo vorerst bestätigt werden.

Was ist Parkinson?

Die Parkinsonkrankheit beziehungsweise der Morbus Parkinson ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung, die durch motorische Symptome wie Bradykinesie, Ruhetremor, Haltungsstörungen und Starrheit gekennzeichnet ist. Ihre veralteten Bezeichnungen Schüttelkrankheit, Schüttellähmung oder Zitterlähmung verweisen auf die Kardinalsymptome des Morbus Parkinson und betreffen circa ein Prozent der Weltbevölkerung ab einem Alter von 50 Jahren. Die degenerative Erkrankung befällt das extrapyramidal-motorische System sowie die Basalganglien, wo es zu einem Absterben von dopaminergen Nervenzellen in der Substantia nigra kommt. Die durch den Dopaminmangel verursachten Hauptsymptome wie Rigor, Tremor und Hypokinese werden von Begleiterscheinungen beschwert, deren Ungleichgewicht ursächlich in der veränderten Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter zu finden ist. Dazu zählen neben der Verlangsamung geistiger Prozesse, der Bradyphrenie, kognitive Defizite, Schlafstörungen und psychiatrische Störungen wie Psychosen, Depressionen und Angstzuständen, deren Wirkspektrum nichtmotorischer Natur ist. Die pharmakologische Behandlung dieser Begleiterscheinungen und Symptome ist in ihrer Wirksamkeit begrenzt und führt zu erheblichen Nebenwirkungen, was die Notwendigkeit besserer Behandlungsmöglichkeiten unterstreicht. Einige dieser Symptome, wie zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Depressionen und Störungen des Traumschlafes REM sind frühe Hinweise der Parkinsonkrankheit und für das Gesamtverständnis der Krankheit mit den vielen Gesichtern von entscheidender Natur.

Die Wirkmechanismen von Cannabidiol CBD!

Wie bereits oben erwähnt, ist die pharmakologische Behandlung, der nichtmotorischen Begleiterscheinungen des Morbus Parkinson in ihrer Wirksamkeit, durch erhebliche Nebenwirkungen begrenzt. Präklinische und vorläufige klinische Studien legten nahe, dass Cannabidiol (CBD) ein Phytocannabinoid ohne die euphorisierenden und kognitiven Wirkungen von Tetrahydrocannabinol eine therapeutische Wirkung bei nichtmotorischen Symptomen der Parkinsonkrankheit entfaltet. Cannabidiol ist ein gering psychoaktives Cannabinoid, welches in den Pflanzen der Gattung Hanf aus der Familie der Hanfgewächse Cannabaceae überwiegend als Säure, der CBD-Carbonsäure vorliegt. Pharmakologisch betrachtet, bindet Cannabidiol an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 des Endocannabinoid-Systems in Vertebraten als Agonist. Es kann deren Aktivität über einen bis dato unerforschten Mechanismus jedoch auch blockieren. Als Antagonist bindet CBD an einen G-Protein gekoppeltem Rezeptor GPR55 mit ebenfalls bis heute unbekanntem Wirkmechanismus. Die Modulation verschiedener Ionenkanäle beider Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems findet sich vorwiegend in Nervenzellen (CB1) des Kleinhirns, der Basalganglien und des Hippocampus sowie in Immunzellen (CB2) des Immunsystems. Es ist davon auszugehen, dass körpereigene Endocannabinoide hauptsächlich zur Lern- und Bewegungsregulation eingesetzt werden.

Ergebnisse der vorliegenden Studie

In der vorliegenden Studie rundum Crippa et. al wurden klinische Studien zur Wirksamkeit von Cannabinoiden bei der Parkinsonkrankheit, speziell für CBD untersucht. Es wurden vier randomisierte kontrollierte Studien (RCT engl. für randomized controlled trial) durchgeführt, bei denen Agonisten sowie Antagonisten des Cannabinoid-1-Rezeptors verabreicht wurden. Alle Verbindungen zeigten eine gute Verträglichkeit, aber nur in einer Studie konnte ein positives Ergebnis, die Reduktionen der Levodopa induzierten Dyskinesie gefunden werden. In sechs von sieben präklinischen Modellen der Parkinson-Krankheit konnte mit CBD ein neuroprotektiver Effekt erzielt werden. Das heißt, die von der Krankheit befallenen Nervenzellen wurden entweder vom Absterben bewahrt oder der Krankheitsverlauf verzögert. In drei aufeinanderfolgenden Studien, einer Open-Label-Studie, in dem Patient und Forscher wissen, was verabreicht wird, in einer Fallserie sowie in einer RCT konnte eine signifikant therapeutische Wirkung bei den nichtmotorischen Symptomen der Parkinsonkrankheit: Psychose, Schlafstörungen sowie Augenbewegungsstörungen REM und in den täglichen Aktivitäten beobachtet werden. Erste Studien beweisen somit das therapeutische Wirkpotenzial von CBD bei den nichtmotorischen Begleiterscheinungen der Parkinsonkrankheit. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, da die CBD Behandlung sehr kurz (6 Wochen) und die Stichprobengröße zu klein war. Die Ergebnisse sollten sich jedoch replizieren lassen.

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