CBD und Hunde

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Hanf-Therapien beim Hund: CBD im Spotlight

In der Humanmedizin werden Cannabis-Therapien seit Jahren für medizinische Zwecke eingesetzt. Für viele Krankheitsbilder haben sie sich als effektive Behandlungsmöglichkeiten erwiesen. Ob, auf Cannabis basierende Medikamente auch in der Veterinärmedizin zum Einsatz kommen können und welche Nebenwirkungen damit verbunden sind, haben Forscher der Colorado State University versucht zu ermitteln. Stephanie McGrath, Lisa R. Bartner, Sangeeta Rao, Lori R. Kogan und Peter W. Hellyer evaluierten in der 2018 veröffentlichten Studie „A Report of Adverse Effects Associated With the Administration of Cannabidiol in Healthy Dogs“ die klinische Verträglichkeit einer sechswöchigen CBD (Cannabidiol)-Gabe bei gesunden Hunden.

Hanf und CBD

Seit Jahrzehnten wird Cannabis in der Humanmedizin bei Krankheitszuständen wie Reizdarmsyndrom, Epilepsie, Demenz, Parkinson, Depression, Angstzuständen und Schlafstörungen erfolgreich verordnet. Die Cannabis sativa-Pflanze enthält über 104 verschiedene Cannabinoide, inklusive des bekannten THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), das die psychoaktive Komponente des Cannabis darstellt. Studien haben gezeigt, dass die Verabreichung von THC bei Hunden zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. Hanf dagegen, enthält weniger als 0,3 Prozent THC. Dafür ist es reich an der nicht-psychotropen Substanz CBD (Cannabidiol). Die Sicherheit und das Auftreten möglicher Nebenwirkungen bei der Anwendung CBD-haltiger Formulierungen müssen jedoch erst noch ermittelt werden. Die oben genannte Studie geht einen Schritt in diese Richtung und untersucht die Kurzzeiteffekte von CBD bei gesunden Hunden.

Studienaufbau

In der Studie wurden 31 gesunde Beagle zweimal täglich mit einer CBD-Formulierung behandelt. Die Hunde wurden in eine Forschungseinrichtung verbracht, erhielten eine Erhaltungsdiät, die sich von ihrer normalen Diät unterschied und wurden zudem zweimal täglich einem allgemeinen Gesundheitscheck unterzogen. Es erfolgte eine Einteilung in drei Gruppen. Gruppe eins erhielt CBD in Form einer Creme auf die Ohrmuschel, Gruppe zwei erhielt CBD-Kapseln oral und Gruppe drei erhielt CBD-haltiges Öl, ebenfalls oral. Weiterhin wurde jede Gruppe in zwei Untergruppen unterteilt, die sich in der Dosierung des CBD unterschieden. Untergruppe a wurde eine Dosis von 10 mg/kg/Tag verabreicht. Untergruppe b erhielt 20 mg/kg/Tag. Nach zwei, vier und sechs Wochen erfolgte jeweils eine klinische Evaluation mit Blutuntersuchung. Die Kurzzeiteffekte der CBD-Gabe sollten ermittelt werden. Als Hypothese galt, dass keine klinisch relevanten Nebenwirkungen auftreten würden.

Weitere Studien sind erforderlich

Gastrointestinale Symptome waren die häufigsten Nebenwirkungen während des gesamten Studienverlaufs. Alle Hunde entwickelten Durchfall; 20 Prozent der Studienhunde entwickelten zusätzlich Erbrechen. Die Hunde mit Erbrechen gehörten alle einer Gruppe an, die CBD oral erhielten. Als zweithäufigste Nebenwirkung traten nach zwei bis vier Wochen erythematöse Veränderungen an der Ohrmuschel auf. Die Hämatologie-Profile der Hunde blieben unauffällig. In den Biochemieprofilen zeigte sich eine Leberwert-Erhöhung (ALP, alkalische Phosphatase) bei 36 Prozent der Hunde. Leberfunktionsstörungen konnten im Zuge der Kurzzeitevaluierung nicht festgestellt werden.

Die Studie wurde von den Forschern so interpretiert, dass die CBD-Applikation von gesunden Hunden insgesamt gut toleriert wurde. Da eine Kontrollgruppe (Hunde, die kein CBD erhielten) fehlte, konnte abschließend nicht ermittelt werden, ob die gastrointestinalen Nebenwirkungen stressbedingt oder als Folge der CBD-Gabe auftraten. Die Leberwerterhöhung wurde allerdings als klinisch signifikant bewertet und traf vor allem die Hunde, die CBD oral erhielten. Eine Beeinträchtigung der Leberfunktion konnte in dem sechswöchigen Behandlungszeitraum nicht festgestellt werden. Weitere Studien sind nötig, um Langzeiteffekte einer CBD-Gabe und den klinischen Nutzen bei spezifischen Erkrankungen der Hunde abschätzen zu können.

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