Die Auswirkungen von Cannabidiol bei männlichen sowie weiblichen Individuen zweier Rattenspezies mit Depression

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In der im März 2019 im Wissenschaftsjournal Physiology & Behavior veröffentlichten Studie: Die Auswirkungen von Cannabidiol bei männlichen sowie weiblichen Individuen zweier Rattenspezies mit Depression! widmeten sich Wissenschaftler namhafter Institute in Israel sowie den Vereinigten Staaten diesem Thema mit dem dafür notwendigen wissenschaftlichen Engagement. Die Forscher um Liat Shbiro et. al 2019 nutzten für ihre Experimente zwei verschiedene Rattenspezies, die in der Fachwelt unter dem Namen WKY (Wistar Kyoto) sowie FSL (Flinders Sensitive Line) bekannt sind und für verschiedene Verhaltensversuche herangezogen werden. So sind die hervorstechenden Merkmale einer FSL Ratte gewisse Verhaltenscharakteristiken in Bezug zu Schlaf, Aktivität und Appetit bei der Depression, wie sie auch beim Menschen vorkommen.

Zahlen und Definitionen zur Depression!

Die Depression ist eine affektiv psychische Störung, deren Merkmal eine gedrückte Stimmung sowie Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit ist. Eine Analyse der Krankenkassen ergab, dass das Risiko an einer Depression zu erkranken, sowohl vom sozialen Umfeld, dem ausgeübten Beruf sowie vom Alter abhängt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken über 300 Millionen Menschen jährlich an dieser Krankheit. Besorgniserregend ist demnach die Tatsache, dass innerhalb von nur 10 Jahren die Zahl der Erkrankungen um mehr als 18 Prozent anstieg. In Deutschland wird die Zahl von Patienten mit Depression auf rund 4,1 Millionen Menschen geschätzt, also ca. 5,2 %, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ bezeichnet die Depression demnach nicht zu Unrecht als Volkskrankheit.

Merkmale einer Depression!

Neben einer depressiven Stimmung, gezeichnet durch Interessenverlust und Lustlosigkeit, sind die Hauptmerkmale einer Depression der Antriebsmangel und die Müdigkeit. Schuldgefühle, ein mangelndes Selbstvertrauen sowie pessimistische Zukunftsperspektiven verstärken diese Effekte und können Schlaflosigkeit sowie Suizidgedanken aufbauen. Die damit einhergehende Interessenlosigkeit sowie psychomotorische Hemmung, führt durch die Zunahme innerer Unruhe zu einem panikartigen Konflikt.

Der Grad einer Depression reicht von leicht bis schwer und wird als psychologisches Konzept mit einer Erlernten Hilflosigkeit verglichen, die sich aufgrund negativer Erfahrungen entwickelt haben kann. Es fehlt somit die Überzeugung, an der derzeitigen Lebenssituation etwas verändern zu können. Die Anhedonie, das heißt selbst freudige Ereignisse nicht mehr wahrnehmen zu können, äußert sich in einer Verminderung positiver Reaktionen gegenüber ebensolchen.

CBD lindert psychische Erkrankungen!

CBD (Cannabidiol), ein pflanzlicher Wirkstoff aus der Hanfpflanze (Cannabis), ist ein natürliches Heilmittel, dessen Verträglichkeit aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen gängiger Pharmazeutika bei unterschiedlichen Krankheitsbildern heutzutage sehr geschätzt wird. In den letzten Jahren erfolgte ein regelrechter CBD Boom, da das Spektrum der Krankheiten, welche auf die Gabe des Mittels positiv reagieren, weit gefächert ist. So wirkt CBD sowohl:

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • schmerzlindernd
  • beruhigend
  • appetitanregend 
  • antidepressiv

Cannabidiol bindet als Antagonist im ZNS Stoffwechsel von Vertebraten an den 5-HT1A-Rezeptor mit Auswirkungen auf das Dopamin System, das Serotonin System sowie das Opioid System sowie an die C1 und C2 Rezeptoren des Endocannabinoidsystems. Das Dopamin ist im Volksmund als das Glückshormon bekannt und moduliert des Weiteren die Antriebssteigerung und Motivation. Im Gegensatz dazu ist das Serotonin ein Neurotransmitter, welcher im ZNS und Herz-Kreislaufsystem unter anderem mit der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus, dem Appetit sowie der Schmerzweiterleitung betraut ist. CBD als Aktivator dieser Signalkaskaden unterstützt somit die Linderung von Nebenwirkungen bei HIV, ADHS, Multipler Sklerose, Depression und vielen Krankheiten mehr.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie in der Zusammenfassung

Genetisch „depressiv“ modulierte Männchen und Weibchen des Modellorganismus Ratte (WKY und FSL) wurden zwei verschiedenen Verhaltensuntersuchungen unterzogen, um ihre Reaktionen nach oraler Gabe von Cannabidiol (CBD) zu untersuchen.

  • Der Saccharose Vorzugstest für Nagetiere basiert auf der natürlichen Vorliebe des Tieres für Süßigkeiten, in der Annahme, dass diese Vorliebe in einem angemessenen Verhältnis zum Vergnügen steht, welches das Tier beim Verzehr erlebt.

  • Der “Forced Swimming Test” (dt. erzwungener Schwimmtest) ist ein Test, zur Untersuchung von Nagetieren auf die Gefahr des Ertrinkens. Die Versuchstiere werden dazu kurzzeitig in ein Behältnis mit Wasser gesetzt und ihre Empfindlichkeit im Kontext einer negativen Stimmung untersucht.

Die Ergebnisse der Verhaltensversuche legen nahe, dass die Verabreichung von CBD bei humanen Erkrankungen mit Anhedonie sowie erlebter Hilflosigkeit positiv psychischen Einfluss ausüben könnte, da es im vorliegenden Modellorganismus so nachgewiesen werden konnte. Dazu gehört neben der Depression, die Schizophrenie und andere psychische Erkrankungen.

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