Cannabidiol: Ein vielversprechendes Medikament bei neurodegenerativen Erkrankungen?

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In dem vorliegenden, von den Wissenschaftlern Teresa Iuvone, Giuseppe Esposito, Daniele De Filippis, Caterina Scuderi und Luca Steardo der Universität Naples in Montesano erstellten Artikel, gehen die Forscher der Frage auf den Grund, ob Cannabidiol (CBD) ein vielversprechendes Medikament ist, um neurodegenerative Erkrankungen zu behandeln. Laut eigenen Aussagen ist der Mechanismus, der diese Krankheiten vorantreibt bis dato ungeklärt, jedoch erwiesen sich Cannabis Derivate in letzter Zeit als vielversprechende pharmakologische Wirkstoffe, deren Wirkspektrum hier näher erläutert werden soll.

Was ist eine neurodegenerative Erkrankung?

Neurodegenerative Erkrankungen, von griechisch vɛυρo‐, néuro‐, „nerval“ und lateinisch dēgenerāre, „abnehmen“, sind durch einen langsam fortschreitenden neuronalen Verlust in bestimmten Hirnregionen gekennzeichnet. Obwohl der Krankheitsverlauf zahlreicher neurodegenerativer Erkrankungen, die Folge einer Verkettung verschiedener Ursachen ist, zeigen sich physiologisch dennoch ähnliche Krankheitsbilder. Dazu gehört der neuronale Verlust, die Gliose (d.h. eine erhöhte Anzahl von Gliazellen in den geschädigten Bereichen des Gehirns oder Nervensystems) sowie das Vorhandensein von Aggregaten fehlgefalteter oder beschädigter Proteine.

Nahezu alle neurodegenerativen Erkrankungen sind in ihrem Verlauf durch kognitive Beeinträchtigungen sowie durch den Verlust motorischer Fertigkeiten geprägt. Dies äußert sich in Form von Hypokinese, Zittern sowie Muskelsteifheit. Neben diesen Hauptsymptomen werden die Krankheiten oftmals von Schlafstörungen sowie Angstzuständen und Depressionen begleitet, die eine effektive Therapie zusätzlich erschweren.

Zu den bekanntesten neurodegenerativen Erkrankungen zählt die Parkinsonkrankheit, deren Risiko, an dieser zu erkranken, mit zunehmendem Alter zunimmt. Wie die Parkinsonkrankheit ist die Huntingtonkrankheit ebenfalls von motorischen Störungen sowie kognitiven Verlusten geprägt. Das Alzheimer Syndrom sowie die Multiple Sklerose reihen sich ebenfalls in die Riege schwerwiegender neuronaler Erkrankungen ein.

Die pharmakologische Wirkung von CBD!

Cannabidiol (CBD) ist ein Phytocannabinoid aus der Hanfpflanzen (Cannabis) und wurde 1940 erstmals entdeckt und extrahiert. Die medizinische Bedeutung von Cannabis und speziell seiner Inhaltsstoffe, allen voran das Cannabidiol (CBD), konnte bis dato für zahlreiche Krankheiten belegt werden. Die geringe Psychoaktivität des Cannabinoids CBD hilft erwiesenermaßen gegen Schlafstörungen, Bewegungsstörungen sowie neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie. Der Einsatz von CBD hat sich neben seinen krampflösenden, antiepileptisch sowie entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften nicht nur bei den zuvor erwähnten neurodegenerativen Erkrankungen bewährt, sondern ebenfalls im Zusammenhang mit Krebs, Aids, Hepatitis, Asthma, Neurodermitis und vielen Krankheiten mehr.

Die Ergebnisse des vorliegenden Artikels in der Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie, die am 13. Februar 2009 im Wissenschaftsjournal CNS – Neuroscience & Therapeutic veröffentlicht und publiziert wurde, ist eine Anzahl von Nachweisen gelistet, die auf eine aufkommende Rolle von CBD bei der Prävention und Behandlung der wichtigsten neurodegenerativen Erkrankungen hinweisen. Tatsächlich führte CBD dazu, dass neuronale und nicht neuronale Zellen vor mehreren schädlichen Einwirkungen geschützt werden konnten, die als Grundlage für Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson gelten. Diese schützende Wirkung von CBD wurde in mehreren Tiermodellen nachgewiesen und bestätigt. Interessanterweise wurde dieses Wirkpotenzial von CBD ebenfalls in klinischen Studien belegt und die Milderung und Verlangsamung von Krankheitssymptomen bei Alzheimer, Multipler Sklerose, Parkinson sowie der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) nachgewiesen. Vielmehr wurde ein gemeinsamer Nutzen von CBD und THC festgestellt, der mit der Verbesserung des Endocannabinoid- und des Endovanilloidsignalsystems zusammenhängt. Der große therapeutische Nutzen von CBD, entweder allein oder in Verbindung mit THC, beruht auf der Überlegung, dass es eine seltene, wenn nicht einzigartige Verbindung darstellt, die durch die Kombination verschiedener Eigenschaften einen Neuroprotektionsschutz bietet sowie eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung im Organismus entfaltet.

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