CBD könnte gegen Angst- und Schlafstörungen helfen

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An der am 7. Januar 2019 publizierten Studie zur Verbesserung von Schlaf- und Angststörungen durch Cannabidiol (kurz CBD) wirkten Scott Shannon, Nicole Lewis, Heather Lee sowie Shannon Hughes mit. Die Studie wurde am Wholeness Center, einer Klinik für psychiatrische Erkrankungen in Fort Collins, Colorado, USA durchgeführt.

Hintergrund

Cannabidiol ist eine in Cannabis enthaltene Substanz. Es wurden Hinweise darauf gefunden, dass sie das Nervensystem beruhigt und so bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden könnte. Soweit bisher bekannt ist, scheint das Risiko bei kurzfristiger Verwendung sehr gering zu sein. Bisher gibt es jedoch nur wenige verlässliche klinische Studien über den längerfristigen Einsatz von CBD. Einige Jahre vor der hier beschriebenen Studie war das Medikament zwar bereits in die Versorgung der Patienten der Klinik aufgenommen worden. Es war aber noch keine genaue Untersuchung über die Wirkung bei Schlafstörungen und Angstzuständen durchgeführt worden. Wichtig war den Autoren der Studie auch herauszufinden, wie verträglich es für die Patienten ist und inwieweit es von diesen akzeptiert wird.

Aufbau und Methode der Studie

Schlafqualität und Angstintensität einer Gruppe von erwachsenen Patienten wurden über drei Monate hinweg in der psychiatrischen Ambulanz oben genannter Klinik dokumentiert. Die endgültige Anzahl der Studienteilnehmer reduzierte sich von anfänglich 103 auf 72 Patienten, weil nur diejenigen für die Studie ausgewertet wurden, die nach der CBD-Verschreibung zu wenigstens einem Kontrollbesuch erschienen sind. Von diesen Patienten, die im Endeffekt an der Studie teilnehmen durften, litten 47 vorrangig an Angststörungen und 25 an Schlafproblemen. Bei einigen Patienten war die Schlaf- oder Angststörung bereits im Vorhinein diagnostiziert worden. Andere psychiatrische Erkrankungen waren kein Ausschlussgrund. Die meisten Patienten erhielten während der Studie weiterhin die gewohnten psychiatrischen Medikamente. Das Durchschnittsalter der Patienten mit Angstzuständen betrug 34 Jahre, das jener Patienten mit Schlafstörungen 36,5 Jahre.

Zur Evaluierung, ob Cannabidiol gegen Schlaf- und Angststörungen helfen kann, erhielten die meisten Patienten das Medikament in einer Dosierung von 25 mg pro Tag, manche auch 50 mg oder 75 mg, in Kapselform (bei Angstzuständen morgens, bei Schlafstörungen abends). Dies ist eine relativ niedrige Dosis im Vergleich zu Empfehlungen in der Literatur. Grund für die Dosis war zum einen der Kostenfaktor, zum anderen die Überzeugung der an der Studie beteiligten Ärzte, dass bereits niedrigere Dosen eine Verbesserung der Beschwerden bringen würden. Es wurde monatlich ein Gespräch mit den Patienten geführt, in dem die psychiatrische Diagnose bestätigt wurde und die Wirkung des CBDs evaluiert wurde. Angstzustände und Schlafstatus der Patienten wurden minutiös dokumentiert. Je nach Wunsch von Patient oder behandelndem Arzt wurde die Dosierung während der Studie auch herabgesetzt oder erhöht oder das Medikament komplett abgesetzt.

Studienergebnis

Das Medikament wurde von den allermeisten Patienten gut angenommen und gut vertragen. Die Nebenwirkungen waren minimal (hauptsächlich Müdigkeit) und könnten mit der Dosierung zusammenhängen. In vielen Fällen konnten Psychopharmaka tatsächlich abgesetzt oder reduziert werden. Bei 57 der 72 Patienten (also 79,2% der Studienteilnehmer) verbesserte sich die Angststörung bereits im ersten Monat und weiter im Verlauf der Studie. Nur bei wenigen Studienteilnehmern verschlechterten sich die Anstzustände im Untersuchungszeitraum.

Bei den Schlafwerten waren die Ergebnisse leider nicht so positiv. Die 3-Monats-Studie zeigte hier keine nachhaltigen Verbesserungen. Die Schlafwerte verbesserten sich zwar im ersten Monat bei 48 Patienten (66,7%), schwankten jedoch im Zeitverlauf. Bei einigen Studienteilnehmern verschlechterte sich die Schlafqualität während der Studie.

CBD kann also bei angstbedingten Störungen von Nutzen sein. Diese Erkenntnisse stimmen mit den vorhandenen klinischen Daten überein. Weitere klinische Studien sind jedoch erforderlich.

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